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Wechsel von der Nikon D750 zur Nikon Z6 oder wie ich Geld zum Fenster rausgeworfen habe

nikon_z6
Das Hw-Virus ist Dir sicherlich bekannt. Man braucht was nicht unbedingt, will es aber trotzdem haben. Also das "Haben-wollen-Virus". So erwischte es auch mich, als endlich die Spiegellosen von Nikon auf den Markt kamen. Die D750 sollte weg und die Z6 her. Ich dachte, es wäre ne tolle Sache.
 

Die Nikon Z6 ist bestimmt eine sehr gute Kamera

 
Grundsätzlich hat die Z6 im Vergleich zur D750 schon eine Menge Vorteile. Ganz vorne ist da natürlich der eingebaute
 

Stabilisator

Ein echter Knaller. Ich kann damit Zeiten aus der Hand fotografieren, da hätte ich mich mit der D750 niemals ran getraut bzw. eher ein Stativ genutzt
 
 
Dann ist da noch das
 

elektronische Sucherbild

Für die Aufnahme sehr hilfreich, dass man zum Beispiel schon vorher sehen kann, von wo bis wo die Schärfentiefe geht. Zwar leider nur bis f/5.6, aber immerhin. Auch die Auswirkung des Weißabgleichs sieht man sofort. Also wie der Liveview bei der DSLR.
 
 
Nicht zu vernachlässigen ist auch das super
 

Touchdisplay

über das man die Kamera sehr umfangreich bedienen kann und die Möglichkeit hat, die Funktionen auf dem Display nach eigenem Bedarf anzupassen.
 
 
Von vielen Fotografen wird ebenfalls der
 

Augen-Autofokus

bejubelt. Unter gewissen Umständen erkennt die Kamera die Augen und stellt genau darauf scharf. Ist aber nur interessant, wenn man mit sehr großer Blende arbeitet und einen bestimmten Abbildungsmaßstab benutzt. Weil dann hat man nämlich eine sehr geringe Schärfentiefe und da kann es hilfreich sein.
 
 

Das geringere Gewicht ist nicht wichtig

Ok, sie ist auch kleiner und wiegt weniger. Das ist aber für mich sekundär. Wenn ich meine Ausrüstung komplett mitschleppe, wobei die schweren Sigma-Festbrennweiten 50 und 35mm f/1.4 und das Tamron 70-200 f/2.8 wohl die Schwergewichte in der Tasche sind, fallen die ca. 170 Gramm weniger der Z6 zur D750 kaum auf. Jetzt kannste sagen, dann verkaufe doch die Sigma´s und hole Dir passenden Z-Objektive (wer es nicht weiß.... die Z´s haben einen neues Bajonett und die "alten" F-Objektive kann man mit einem Adapter weiterhin nutzen). Doch nö, die Sigma´s sind einfach mega und wie eben schon erwähnt... das Gewicht ist zweitrangig und war für mich kein Kaufargument für die Z6. Eher die oben schon angeführten Gründe.
 
Doch...... ich weiß nicht, was ich mir eingeschoben hatte.... auf jeden Fall.... als ich wieder klar wurde, war mir bewusst, dass ich die Vorteile der Z6 (die Z7 ist übrigens die gleiche Technik, nur mit mehr Auflösung) gar nicht benötige. Nicht in meiner Art der Fotografie. Mit einer Ausnahme: Dieser verdammt gute, eingebaute Stabilisator. Der schlägt die Stabis in den Objektiven um Längen. Ich habe damit Zeiten von 0,6 Sekunden gehalten. Echter Hammer! Aber.... das waren nur Test´s. Das sind keine realen Bedingungen, bei denen ich in der Regel fotografiere. Es ist schön sowas zu können, klar. Doch wenn man es nicht braucht?
 
 Also mal so zwischendurch: Ich möchte hier keine komplette Pro-/Contra-Liste anfertigen. Sondern rein nur aus meinem persönlichen Gebrauch her berichten. Wer sich für Pro/Contra interessiert, kann ja mal hier bei Versus gucken. Klar gewinnt da die Z6. https://versus.com/de/nikon-d750-vs-nikon-z6
 
 

Die Bildqualität nach meinem Auge beurteilt 

Gut, ich brauche also einige Dinge nicht, welche die Z-Serie bietet. Doch was ist mit den Fotos? Die Bildqualität und das Rauschverhalten bei hohen ISO? Ganz einfach.... nüx ist damit. Ich mache doch tatsächlich "nur" die gleichen Fotos mit der Z6 wie mit der D750. Bei der Betrachtung kann ich null Unterschiede erkennen. Zumindest nicht in meinen gebräuchlichen Bereich der ISO bis 6400. Doch auch hier habe mich mal die ISO tatsächlich ausgereizt bei der Z6 und musste diese bis 20.000 ziehen. Da war ich schon beeindruckt. Aber wann brauche ich das mal? In meinen ganzen Jahren der Digital-Fotografie habe ich nur ein einziges Mal die ISO so hoch gezogen. Eben da mit der Z.
 
 

Der größte Nachteil der Z

Die Z6 hat sogar einen ganz erheblichen Nachteil gegenüber der D750. Und das ist der Autofokus bei schwachen Licht sowie bei bewegten Objekten, welche diagonal durch das Bild laufen. Ouh, ich höre schon die entrüsteten Schreie anderer Z6-Fotografen, dass das doch gar nicht stimmen würde und der Fehler meist hinter der Kamera steht. Ja is klar. Also... bei schwachen Licht pumpt der Autofokus schon mal und stellt nicht immer dort scharf, wo er soll. Besonders bei Veranstaltungen, wo die Lichtanlage ständig andere Stimmung rüber bringt, kommt der AF der Z echt in´s Schleudern. Sowas kenne ich von der D750 gar nicht. Seit ich mit der Z fotografiere, habe ich erheblich mehr Ausschuss. Die Z kann auch von der Technik her leider nicht mit dem Infrarot-Hilfslicht der Systemblitze umgehen. Echt übel. Und das andere Thema eben bei bewegten Objekten. Da fehlt mir der 3D-Tracking-AF. Wenn der AF auf eine Stelle beim Motiv "einrastete", blieb er da und ging durch den Sucher von rechts nach links, von oben nach unten und auch zusammen. Das bedeutet, egal wo das Motiv hin lief, der AF war so gut wie immer da wo er sein sollte. Das bietet die Z nicht.
 
 

Nikon Z-Objektive echt teuer

Was stört mich noch? Aaaaah ja, die megateuren Objektive für das Z-Bajonett. Da kostet mal eben ein Standardobjektiv 50mm /1.8 knappe 550 Euro. Sind ja nur 300 Euro mehr als für das F-Bajonett. Also für die DSLR von Nikon. Oder Du legst 750 Euro für das 35mm f/1.8 hin. Hust, röchel. Bessere Bildqualität tatsächlich SICHTBAR im Vergleich zu meinen f/1.4 Sigma´s? Nö, wieder nö. Auch da wahrscheinlich jetzt wieder die empörten Schreie der Z-Fanatiker "Stimmt nicht... siehe Bericht hier, Bericht da." Ey, mal echt... Berichte jucken mich gar nicht. Wenn ich mit meinen Augen keine Unterschiede wahr nehme, dann sind diese einfach nicht bedeutend genug und fertig! Und meine Anforderung, was Schärfe angeht, ist schon hoch genug.
 
 

Dramatischer Preisverfall

Tja, meine D750 habe ich mit nagelneuen Verschluss in gute Hände verkauft. Und nun hänge ich da mit der Z6. Wir werden einfach keine Freunde. Also ich habe natürlich Spaß am Fotografieren, logisch. Doch so richtig warm werde ich mit der Kamera nicht. Auch jetzt nach 10 Monaten noch nicht. Die D750 hätte ich sogar mit ins Bett genommen. Die Z wieder verkaufen kommt auch nicht in Frage, denn da hat sich Nikon ja einen mega Mist erlaubt. Das Ding ist 1 Jahr nach dem Erscheinen inkl. Sofortrabatt mal eben um 1000 Euro Neupreis gefallen. Ja was soll ich da für meine Gebrauchte noch bekommen? Ne Mantaplatte oder was?
 
 

Und zum Schluss

Um das nochmal zusammen zu fassen: Ich mache genauso schöne Fotos mit der Z6 wie mit der "alten" D750. Ich habe noch genauso viel Spaß am Fotografieren. Freue mich wie immer über jedes gelungene Foto. Und ich finde es auch toll auf dem Touchdisplay rumzutouchen und diesen mit meinen fettigen Fingern zu verschmieren. Doch.... ich weiß es einfach nicht genau, was es ist. Ich bin von der Kamera einfach nicht so begeistert, wie ich es sonst immer war, wenn ich eine neue hatte. Waren meine Erwartungen zu hoch? Habe ich vielleicht sogar Wunder erwartet? Wie auch immer, wenn kein Wunder passiert, werde ich früher oder später die Z6 als "Erfahrung" abstempeln. Und das eher, als ich es sonst mit Kameras tue. Vielleicht wird es dann wieder eine DSLR, die D780 zum Beispiel. Wenn die bald raus kommt, warte ich ein Jährchen und dann mal schauen. Bis dahin werde ich es mit der Z6 noch aushalten. Und sollte sich meine Beziehung zur Z ändern, gebe ich auf jeden Fall Bescheid.
 
Natürlich interessiert mich Eure Sicht der Dinge. Gerne können wir hier kommentieren. Legt los :-)
 

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