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Die Systemkamera Sony Alpha 6000 - meine Erfahrung

sony-alpha-6000_silber_03

8 Monate Über zwei Jahre habe ich sie nun, meine Kleine. Die Systemkamera Sony Alpha 6000. Würde ich sie wieder hergeben wollen? Die Spiegellose? Definitiv NEIN. Denn sie ist eigentlich ganz schön groß. So von den Leistungen her. Lese hier meinen Erfahrungsbericht. Von der ersten Idee bis Heute.

Hätte ich jemals gedacht, dass ich mal eine Sony besitzen würde? Sony habe ich immer mit zwei wesentlichen, ungünstigen Merkmalen verbunden. Zum Einen der komische Blitzschuh, zum Anderen der ebenso komische und teure, sehr spezielle Speicherstick. Denn die damaligen Sony-Kameras konnten keine normalen Speicherkarten nutzen. Und der Blitzschuh ließ kein Zubehör von Drittanbietern zu. Klar gab es da wieder Adapter, um von dieser Eigenwilligkeit auf Standard zu kommen. Aber irgendwie war es für mich einfach ein No-Go. Tja.... und nu? Ich habe eine Sony... eine Alpha 6000. Und das Schlimme ist ja... ich bin völlig begeistert! Ja sogar verliebt :-) In eine Sony! Unglaublich :-) Wäre Sony jedoch bei diesen eben genannten ungünstigen Merkmalen geblieben, hätte ich auch heute noch die Hände davon gelassen. Da haben die ganz schön Glück gehabt ;-)

 

 

Mein Weg zur Sony Alpha 6000

 

Wie ich überhaupt zu der Kamera kam? Na ich hatte bzw habe immer noch die Schnauze voll von dem Gewicht der dicken, schwarzen DSLR-Kameras, wenn es nicht unbedingt nötig ist, diese Arbeitstiere mitzuschlüren. Wie oft war ich unterwegs und es war eigentlich nicht nötig, den dicken Body der Nikon mitzunehmen. Ganz zu schweigen von den schweren Objektiv wie das AF-S 24 - 70 mm f/2.8. Es musste also eine Ergänzung her, die folgende Voraussetzungen mitbringen sollte: Sie sollte klein und leicht sein. Doch ich war nicht bereit Kompromisse in der Bildqualität hinzunehmen.
Googlesuche: Systemkameras Test. Da wird die Sony Alpha 6000 immer noch als eine Spitzenkamera geführt. Doch ist das für mich noch lange kein Grund, sich für eine Kamera zu entscheiden. Über Wochen, wie viele es endgültig waren, kann ich nicht sagen, aber auf jeden Fall eine Menge, habe ich immer gelesen, gelesen, verglichen und wieder gelesen. Irgendwann habe ich die Suche auf Sony Alpha 6000 beschränkt. Da kamen dann viele, für mich wichtige Erfahrungsberichte von Fotografen, welche dieses Modell bereits nutzten. Und das mit Begeisterung. Vor Allem war ich überrascht, wie viele Anwender die Sony nicht nur als Ergänzung angeschafft haben, sondern sogar ihre DSLR-Ausrüstung komplett verkauften. Eben weil sie das Gewicht leid waren. Überwiegend natürlich die Fotografen, welche beruflich viel unterwegs sind. Wie Landschaftsfotografen. Ok, wenn Landschaftsfotografen, die mit der Fotografie ihr Geld verdienen, auf diese Kamera umsteigen, dann MUSS sie doch gut sein!
Mein Interesse wuchs und ich konzentrierte mich auf die Objektive bzw Tests und Erfahrungsberichte, die sich nur mit den Objektiven beschäftigten. Eines wurde mir sehr schnell klar: Das Standardobjekiv, welches meist immer dabei ist, wird meine Erwartungen bzgl. Bildqualität nicht erfüllen. Hierbei handelt es sich um das Sony 16 - 50 mm f/3.5 - 5.6.

 

 

Eine Kamera ist nur so gut wie ihre Objektive

 

Ok... Standardobjektiv ist schon mal nix. Wie fast immer, bei allen Kameras das Gleiche. Man schätzt, dass das Sony-Objektiv lediglich 5 bis 6 Millionen Pixel hinten am Sensor ankommen lässt. Bei einem 24 Millionen Pixel Sensor ist das natürlich nix. Andere Kombinationen anderer Hersteller sind nicht besser. Standardzooms erfüllen nun mal keine entsprechend hohen Ansprüche. Also weiter geschaut und gelesen. Was ich erwartet habe, trat auch ein. Man muss, mit ein paar wenigen Ausnahmen, mal wieder tief in die Tasche greifen. Um Zoom-Objektive zu nutzen, welche die Qualität hinten anbringen. Von Vielen favorisiert ist das Vario Tessar 16 - 70 mm f/4.0 Zeiss. Und wer Zeiss liest, der weiß, dass man so ein Objektiv nicht für 100 Euro bekommt. Weiter unten bezüglich des Zoombereichs wird dann immer wieder das Sony 10 - 18 mm f/4.0 genannt. Preislich erstaunlicherweise genauso hoch angesiedelt wie das Zeiss. Wir reden hier also von 650 bis 750 Euro für ein Objektiv. Auch wenn die Kamera klein ist und der Body bei 500 Euro liegt... der Preis für eine hochwertige Gesamtausrüstung ist alles andere als klein.

 

Vario Tessar 16 - 70 mm f/2.8 ZA OSS

Vario Tessar 16 - 70 mm f/2.8 ZA OSS

 

 

Sony 16 - 70 mm f/4.0 OSS

Sony 10 - 18 mm f/4.0

 

 

Ja, und dann gibt es da noch das Monster Sony 70 - 200 f/4.0. Wo die Kamera dann nur aus Objektiv besteht. Kam für mich aber nie in Frage, denn dann würden sich die zwei Argumente in Luft auflösen, weswegen ich mich für die Kamera interessierte. Klein und Leicht. Zumal ich ein 70 - 200 mm für die Nikon habe. Und wenn schweres Objektiv, dann auch schwere Kamera. Doch wer die Sony als einzige Kamera besitzt, für den ist das 70 -200 sicherlich interessant. Zumal man es in der Regel sowieso nicht als Immerdrauf-Objektiv nutzt.

 

Sony 70 - 200 mm f/4.0

Alpha 6000_sony_70-200_f4

 

 

Neben den Zoom-Objektiven gibt es natürlich auch noch Festbrennweiten. Sowohl von Sony als auch von Fremdherstellern wie Sigma. Und gerade diese Sigmas sind außergewöhnlich günstig, und dabei ungewöhnlich gut. Das 19 mm f/2.8, 30mm f/2.8 und 60 mm f/2.8. Alle so um die 170 Euro pro Stück. So scharf, dass man fast schon ein Weichzeichner benutzen muss, damit die Frauen bei der Portraitfotografie keinen Schock bekommen. "Hilfe! Meine Poren... meine Falten.... meine Pickel!" Die Objektive zeichnen alles bretthart auf. Mit einer Schärfe, die in den Augen weh tut und den Frauen die Tränen auf die Wangen treibt. Das wusste ich aber zu dem Zeitpunkt nicht, da ich noch keines dieser Objektive besaß. Auch die Kamera noch nicht. Habe bisschen was vorweg genommen. Nun wieder zurück zur Geschichte ;-)

 

Sigma Festbrennweiten der ART-Serie

sigma 19mm_30mm_60_mm_f28

 

 

Der Kauf - irgendwie spontan

 

Nach meiner ganzen Leserei war dann klar, dass die Sony Alpha 6000 die Meinige werden sollte. Nur wann, das wusste ich noch nicht. War ja auch nicht eilig. Zwar schon immer mal geschaut, was denn so Online los ist bezüglich Preisentwicklung. Doch der HW-Virus hatte sich noch nicht entfaltet. Ich trug ihn nur schon in mir. Und wer nicht weiß, was HW bedeutet...... Haben-Wollen-Virus ;-) Tja... ich schlenderte eines Tages so durch die Stadt und besuchte dabei ein Elektronikgeschäfte. Einfach nur mal schauen... wollte ich. Ich schaute rein, schaute rechts, nach links... ging weiter... und verflixt nochmal stand da so ein blöder Tisch rum. Voll gepackt mit der Sony zum Aktionspreis. Im Set mit dem Standardobjektiv. BÄHM! Hallo Sony :-D Scheiss auf das Standardobjektiv, um mich mit der Kamera vertraut zu machen, sollte das erstmal reichen. Fuck! Ich wollte doch noch gar nicht. Egal, jetzt war sie meins.

 

Zuhause angekommen natürlich erstmal ausgepackt das Teil. Oh wie schön! Kaum Gewicht in der Hand. Sogar mit dem Akku nicht. Und da war auch schon ein großer Schwachpunkt, welcher unmittelbar mit dem Akku zusammen hängt.

  • Es gibt kein externes Ladegerät im Lieferumfang
    Das bedeutet, der Akku muss beim Laden in der Kamera bleiben und diese ist dann für die Zeit des Ladens unbrauchbar.
  • Eine Akkuladung hält nur für ca. 350 Foto

 

Also das war jetzt keine Überraschung für mich. Ihr erinnert Euch... ich habe viel gelesen, ich Fuchs ;-) Mal eben den PC angeworfen, einschlägige Seiten aufgerufen und ruckizucki ein externes Ladegerät in Kombination mit zwei zusätzlichen Akkus bestellt. Nein, keine Originalware. Sondern die von Baxxtar. Heftig rot sind die Akkus und fallen auf. Zum Glück stecken die wie üblich in der Kamera beim Betrieb. Kostenpunkt war um die 56 Euro komplett. Mit drei Akkus ausgerüstet wäre ich demnach in der Lage über 1.000 Fotos zu machen, bevor mir der Saft ausgeht. Das sollte alle Male reichen. Bisher hat es mich noch nie in eine Wildnis verschlagen, in der es keine Steckdosen gibt. Sollte es mal absehbar sein, gibt es noch ein paar Akkus dazu.

 

 

Habe ich eigentlich schon gesagt, dass ich die Kamera in Silber erwischt habe? Erst dachte ich "Ach Scheisse!". Doch jetzt finde ich das doch ganz edel so. Joa, ist ok. Na auf jeden Fall habe ich das hübsche, kleine Ding nun in meinen Händen. Erstmal ein Außencheck gemacht. Jup, sieht gut aus. Kann ich mich mit anfreunden. Nachdem der Akku aufgeladen war, ging es dann an die ersten Fotos.

 

 

Die Sony Alpha 6000 und ich - wir lernen uns kennen

 

Uih, was hat denn die Kameras alles an Modis? Vollautomatik, klar. Und eine intelligente Vollautomatik? Ähm... ist die dann für besonders doofe Fotografen gedacht? Keine Ahnung, interessiert mich sowieso nicht. Für meine Bedürfnisse braucht eine Kamera nur den Modus A und M. Also die Zeitautomatik und Manuell. Ich habe mich bis heute nicht mit den ganzen Modis und vor allem den sehr umfangreichen Szenen-Einstellungen beschäftigt. Da kann ich auch null Tipps geben. Dafür aber, wie man sie ordentlich als Fotograf nutzen kann.

 

Kamera an..... nanu? Irgendwie passierte da eine gefühlte Ewigkeit erstmal nix. Grummel. Mal eben schnell einen Schnappschuss machen fällt also aus, wa? Ah, da war doch was! Genau, Firmware kontrollieren. Sony hatte nämlich eine neue Firmware heraus gebracht, welche die Dauer bis zum Hochfahren merklich verändert. Installiert und schwupps, es ging schneller. Immer noch nicht so schnell wie meine Nikon D750, doch akzeptabel.

 

 

Meine Knöpfchen, wo seid ihr?

 

Da ich ständig an bestimmten Einstellungen rumfummel, habe ich mich als Erstes damit vertraut gemacht zu erfahren, wo denn alles so sitzt. Und diese Knöpfen und Einstellungsmöglichkeiten brauche ich unbedingt:

 

 

Primäre Dinge:

 

  • ISO
  • Betriebsartenwählrad (M, P, A, S)
  • Einstellung der Blende
  • Einstellung der Zeit
  • Belichtungsmessmethoden (Mehrfeldmessung und Spot)
  • Belichtungsmesswertspeicherung
  • Belichtungskorrektur
  • Bildfolgemodus (Einzelbild oder Serienbild)
  • Autofokusmesssystem (Einzelfeld, Mehrfeld oder oder oder)
  • Autofokusbetriebsart (Single oder Kontinuierlich)

 

Sekundäre Dinge

 

  • Weißabgleich
  • Bildoptimierung (für die Vorschau auf dem Monitor der Kamera)
  • Menu-Taste

 

Dinge, die ich gar nicht brauche:

 

  • Intelligente Automatik
  • Überlegene Automatik
  • Scenen-Modis (Landschaft, Portrait, Sport usw)

 

Jau, das hat Sony prima gelöst. Direkter Zugriff auf ISO, Blenden- und Zeiteinstellung sowie natürlich der Belichtungsmesswertspeicherung. Der Belichtungskorrektur und dem Bildfolgemodus. Drückt man die gut erreichbar FN-Taste, kommt man über den Monitor der Kamera auf weitere, alle mehr oder weniger wichtigen Funktionen zum schnellen Umstellen. Und wenn man das Display durchschaltet, unterscheiden bzw. ergänzen sich die einstellbaren Funktionen sogar zum Teil. Ja super, das hat mir das Grinsen in´s Gesicht getrieben :-) Und das Feine ist, dass man all diese Einstellungen auch vornehmen kann, wenn man die Kamera am Auge hat. Sie werden auf Wunsch nämlich auch auf dem Sucher dargestellt. Das haut rein.

 

 

Der elektronische Sucher

 

Also ich brauchte eine Zeit, bis ich mich an den Sucher gewöhnt habe. Die Reaktionszeiten sind zwar sehr schnell im Live-View, denn das ist es ja beim elektronischen Sucher.... gutes Licht vorausgesetzt, doch es ist schon mächtig anders als wenn man durch eine DSLR schaut. Ich kann das schlecht erklären. Es sieht eben irgendwie elektronisch aus. Aber mit der Zeit geht es. Ein großer Vorteil ist natürlich, dass man die Aufnahme direkt nach dem Auslösen in dem Sucher sehen kann. Sogar in der 100% Ansicht, auf Knopfdruck. Das bedeutet sofortige Kontrolle des Fotos, ohne auf den Monitor schauen zu müssen. Cool, wenn man sich daran gewöhnt hat. Und wenn man das Sucherbild, also das Live-View, mit Helligkeit und Weißabgleich noch bisschen anpasst, ist es noch besser. Da muss man ausprobieren. Meine favorisierten Einstellungen schreibe ich später auf.

 

 

Das Menu

 

Um Himmels Willen? Was ist das??? Wer hat sich denn diese unübersichtliche Menu-Führung ausgedacht? Ehrlich gesagt, nach nun 8 Monaten gut 2 Jahren finde ich immer noch nicht auf Anhieb so manche Punkte, auf die ich gerne schnell zurück greifen würde. Wieso liegen da zum Beispiel die Aufnahmeeinstellungen für Video mit dem Blitzmodus der Kamera zusammen auf einer Seite? Warum findet man die Einstellung der Gitterlinien im Sucher bzw. Monitor unter dem Punkt, wo man auch die Taste DISP programmieren kann? Und das zieht sich stetig durch alle Menu-Punkte durch. Abgesehen von den Wifi-Einstellungen, die auf einem eigenen Reiter liegen. Wer die übersichtliche Menu-Führung von Nikon oder Canon gewohnt ist, der wird hier kein anderes Verständnis haben als ein wildes Kopfschütteln.  Die Menu-Führung liegen im krassen Gegensatz zu den Funktionen, die über die Knöpfe schnell und übersichtlich erreichbar sind. Aber mit Geduld geht auch dieses . Doch nervig ist es wirklich.

 

 

Fokussiermethoden

 

Der Autofokus - mit Whow-Faktor

 

 

  • 179 Autofokus-Punkte
    Sage und schreibe 179 AF-Punkte sorgen dafür, dass Bewegungen auch wirklich immer gut verfolgt werden können. Und das über fast die gesamte Suchergröße. Optimal einsetzbar mit den 11 Bildern pro Sekunde im Serienbildmodus.

 

  • Gesamter Sucher, Feldergruppen, Spot (Mitte) oder flexibler Spot
    Bei der Wahl des AF-Messfeldes bleiben keine Wünsche offen. Beim gesamten Sucher geht der AF über den gesamten Sucher, logisch. Bei Einstellungen Feldergruppen bleibt der AF in vom Fotografen bestimmten Bereichen aktiv. Beim Spot in der Mitte (Größe des Spots kann verändert werden) und bei flexiblen Spot kann man ihn genau auf eines der 179 Felder stellen.

 

  • Gesichtserkennung
    Die Gesichtserkennung funktioniert gut und zuverlässig. Mit nur ganz wenigen Ausnahmen. Zum Beispiel wenn das Gesicht seitlich weg gedreht ist, hat das Ding Probleme. Aber da scheint normal.

 

  • Augen-AF
    Man kann eine der frei belegbaren Tasten mit dem Augen-AF ausstatten. So stellt die Kamera korrekt auf das Auge scharf, was der Kamera am nächsten liegt. Hammer!

 

  • Autofokus mit manueller Korrektur
    Gleich vorweg: Tolle Funktion. Bei mir fast immer aktiviert. Die Sony bietet ein sogenanntes Fokuspeaking. Das heißt, das alles, was in der Schärfentiefe liegt, farblich markiert wird. Nämlich an den Kanten der Objekte. Und wenn ich nun manuell nochmal kontrollieren will, kann ich die "manuelle Fokusunterstützung" aktivieren. Dann wird, sobald ich an dem Schärfering des Objektivs drehe, das Foto im Sucher vergrößert und ich kann prima manull nachregeln, falls Bedarf besteht. Wirklich eine super Sache.

 

  • Manuelles Fokussieren
    Gleiche Funktion wie AF mit manueller Korrektur, doch der AF läuft da gar nicht. Ist also deaktiviert und man muss komplett manuell scharf stellen. Ein Kinderspiel wegen eben dem Fokuspeaking. Genau genommen heißt das im Menu "Kantenanhebung"

 

 

Die ersten Fotos

 

Ihr kennt das bestimmt.... man hat was Neues und geht voller Vorfreude mit dem Zeigefinger an den Auslöser und drückt durch. Schaut sich das Foto auf dem Kameramonitor an und ist begeistert. Aber.... ist man jetzt begeistert, weil mein meint, man müsste es sein, weil man ja was Neues hat? Oder schaut man wirklich genau und mit einem gesunden Misstrauen hin? Jeder macht es wohl, wie er es meint. Ich springe auf jeden Fall nicht sofort hoch und schreie "Wie geil", sondern mache ein paar Fotos und marschiere dann an den PC mit meinen kalibrierten Monitor, um mir die Ergebnisse genau anzuschauen. Dazu gehört natürlich auch die 100 %-Ansicht. Doof eigentlich, oder? 100 %.... wofür? Habe ich jemals schon mal ein Foto in 100 %iger Größe entwickeln lassen. Definitiv nö. Aber man muss ja mitreden können :-) Also her mit der 100%-Ansicht.

Tja... und sah ich nun etwas, was mich vor Freude unter die Decke springen lassen sollte? Auch nö. Durch meine D750 mit den Festbrennweiten bin ich eine sehr hohe Bildqualität gewohnt. Und das sah ich hier mit der Sony Alpha 6000 nicht. Scheisse, wollte ich mich doch nicht verschlechtern. Aber Ok, kein Ding. Hatte ich ja auch schon gelesen, dass das Gurken-Standard-Objektiv 16 - 50 mm f/3.5 - 5.6 nicht der Burner sein soll. Was ich natürlich bestätigen kann. Besonders schlimm an den Rändern. Sehr hoher Wischiwaschi-Faktor durch Unschärfe. Nene, nicht Meins. Hm... muss ich denn jetzt wirklich noch Geld ausgeben für ein weiteres Objektiv? Eines, was der Kamera gebührt? Ja! Muss ich! Und das sollte auch jeder! Sonst werdet Ihr niemals die tatsächliche Qualität der Alpha 6000 erfahren.

 

1/60 Sek bei f/11, ISO 100, 16 mm - E PZ 16-50 mm /3.5 - 5.6

landschaftsaufnahme

 

Gut, manche von Euch werden sich jetzt fragen, was ich denn an dem Foto oben zu bemängeln habe. Also bei Blende 11 sollten die Ränder auch gut scharf gezeichnet sind. Sind sie aber nicht. Das Objektiv "schmiert".

 

 

Mein erstes, zusätzliches Objektiv

 

Meine Wahl war die Festbrennweite Sigma 60 mm f/2.8 ART. Ein verhältnismäßiger Spotpreis für ein Objektiv der Serie ART für gute 170 Euro. Das extrem leichte Ding kam an, ich packte aus und hörte ein klappern. WTF!? Tja, ist eben so. Die Dinger klappern wie billiger Schrott..... so lange sie nicht an der Kamera sitzen und diese auf ON steht. Doch sobald dies getan ist..... das Objektiv an die Alpha gesetzt, den Betriebsschalter auf ON..... und dann noch die ersten Fotos mit der Kombination..... WOHOOOOOOW!!!!!!!! Yeah! Meine Fresse, was ist das?????? Granateeeeee!!! Jetzt musste ich mal eben auf auf die Schärfeskala von Chilli gucken, und da steht was von Mild bis Unmenschlich. Ok, unmenschlich ist es nicht, denn ich kann es ja sehen. Also das Zweithöchste..... EXTREM SCHARF! Jo, das ist es. Extrem scharf. So scharf, dass man im Gesicht einer Person Pickel sieht, die eigentlich gar nicht da sind. Das man sich eine Brille mit falscher Dioptrien-Zahl aufsetzen muss, damit die Schärfe in den Augen nicht weh tut. Echt jetzt. Wahnsinn! Die Traumkombination schlecht hin. Wer also eine Alpha 6000 besitzt, der braucht einfach auch das Sigma 60 mm f/2.8 ART. Unverhandelbar! Na gut, aufgrund des Cropfaktors von 1,5 hat man dann eine 90 mm Festbrennweite. Für mich als Portraitfotograf das Optimale. Genauso gut, aber nicht in meinem Besitz, soll das Sigma 19 mm f/2.8 ART sein. Wer also weniger Festbrennweite benötigt, der ist mit dem 19er gut aufgehoben. Dann gibt es noch das 30er. Habe ich mir irgendwann auch mal dazu geholt. Doch nutze ich das kaum und es verstaubt. Kann also keine Angaben darüber machen.

 

1/200 Sek bei f/2.8. ISO 800, Sigma 60 mm f/2.8

Sigma 60 mm f/2.8 ART

 

1/400 Sek bei f/2.8, ISO 100, Sigma 60 mm f/2.8

sigma art

 

Die Traumkombination

alpha 6000_mit_sigma_60_mm_art 

 

 

 

Der Aufsteckblitz

 

Da die Kleine meine Immer-Dabei-Kamera werden sollte, brauchte ich natürlich auch einen Aufsteckblitz. Denn der eingebaute, so niedlich er ist (erinnert er mich doch an "Nummer 5 lebt".. gerade in Silber), taugt nicht viel. Wie üblich bei diesen eingebauten Dingern. Ich wollte jetzt aber auch keinen dicken Klotz. Wie sieht denn das aus?! So einen dicken, schwarzen Oschi auf meiner Kleinen. Ne, das wollte ich nun aber auch nicht. Erstmal mehr Gewicht und dann noch der verlagerte Schwerpunkt. Dadurch lässt sich die Kamera sicherlich nicht gut halten. Gesucht - gefunden. Der Nissin i40. Als ich den ausgepackt habe, lag er auf meiner Handfläche und mir war danach, ihm das Fläschen zu geben, damit er noch wächst :-D Was ein schönes, kleines Ding. So süß :-)

 

Geht nicht viel Kleiner

nissin i40

 

Super passend. Harmonisiert im Vollen und Ganzen.

alpha 6000_mit_nissin_i40

 

 

Die wichtigsten Eckpunkte für meine Kaufentscheidung:

 

  • Klein und leicht
  • Leitzahl 40 bei 105 mm
  • Zoombereich von 24 - 105 mm
  • In alle Himmelsrichtungen schwenkbar
  • HSS-fähig

 

 

 

Jetzt hatte ich so mit der Zeit meine Kombination zusammen..... die Kamera, das 60er für Portraits, das Gurken-Standard-Zoom für Schnappschüsse und natürlich den Blitz. Mit der Zeit und vielen Fotos wurde mir jedoch immer klarer, dass ich oftmals die Gurke 16 - 50 mm f/3.5 - 5.6 einsetzte. Eben um in der Schnappschussfotografie flexibel zu sein in der Brennweite. Und da ich gelegentlich doch mal in die Landschaft gehe, war auch da das 60er einfach zu viel Brennweite.

 

 

Mein zweites, zusätzliches Objektiv

 

Im Auge hatte ich das Vario Tessar T* E 4/16-70 mm ZA/Zeiss. Wenn schon denn schon. Oder aber das wesentlich günstigere Sony SEL 18 - 105 mm f/4.0. Beide die gleiche Lichtstärke, doch das Sony mit mehr Zoom. Dafür aber ein ganz schön großer und schwerer Klopper. Würde wieder gegen meine Philosophie gehen, dass die Sony wegen des geringen Gewichts angeschafft wurde. Gegen das Zeiss sprach aber der Preis. 750 Euro. Oh je..... nix gut. Doch wie das so ist im Leben, werden Dinge auch mal gebraucht veräußert. Und das Zeiss wurde mir dermaßen entgegen geworfen, dass ich einfach zugreifen musste. Bis heute nicht bereut. Zwar wurde das Gesamtgewicht erhöht, denn das Zeiss ist auch nicht gerade ein Leichtgewicht im Verhältnis zur Festbrennweite von Sigma, doch sehr hochwertig und fühlt sich wunderbar an. Dazu die klasse Bildqualität. Jetzt hatte ich das, was ich wollte. Ich kann die Sony ohne Reue einsetzen. Auch bei Kundenaufträgen. Von der Schärfe her kommt jedoch auch das teure Zeiss nicht an das Sigma 60 mm f/2.8 ART heran.

 

1/3200 Sek bei f/4.0, ISO 400, 70 mm - Vario Tessar T* E 4/16-70 mm ZA/Zeiss

Hotel in Juan-les-Pins

 

1/1250 Sek bei f/4.0, ISO 200, 55 mm - Vario Tessar T* E 4/16-70 mm ZA/Zeiss

streetfotografie juan_les_pins

 

1/800 Sek bei f/5.0, ISO 100, 28 mm - Vario Tessar T* E 4/16-70 mm ZA/Zeiss

antibes hafen

 

Meine Immerdrauf-Kombination. Alpha 6000 mit Vario Tessar T* E 4/16-70 mm ZA/Zeiss

alpha 6000_mit_zeiss_16_70

 

 

"No-Respekt-Modus" - oder "aus dem Kleinen will mal was werden"

 

Schwarzes und großes Ding in der Hand..... das sind die virtuellen Eigenschaften, die einen Profifotografen ausmachen. Er weiß was er tut. Vor Respekt wird das Haupt gesenkt und was der Fotograf sagt, das ist dann so. Und nun kommt da so ein Pfurz daher mit einer Kamera, die kaum größer als ein Handy ist und will professionelle Fotos machen? "Ach Kleiner, komm. Ist schon gut. Irgendwann wird bestimmt mal ein guter Fotograf aus Dir und dann holst Du Dir eine vernünftige Kamera. So eine, die Alle haben. So ´ne große Profikamera".  Is klar..... aber auch irgendwie verständlich. Wir müssen dafür ein paar Jahre zurück. Also in die Zeit, wo wir noch keine Computer in der Hand hielten, sondern "einfache" Gehäuse mit so einer komischen Filmrolle da hinten drinnen. Da kam es noch eben auf diese Filmrolle an, wie qualitativ hochwertig das Foto wird bezüglich Schärfe, Farben und Kontraste. Neben dem Objektiv natürlich. Das hat immer schon eine Hauptrolle gespielt. Und diese Filmrolle hatte nun mal eine festen Größe. Die Kamera musste um diese Größe herum gebaut werden. Dementsprechend wuchtig waren die Gehäuse. Dann gab es da noch die kleinen Ritschratsch-Kameras. So schmale Dinger. Die haben sich natürlich heftig von den großen Dicken unterschieden. Es gab also nur groß und sehr klein. Nichts dazwischen. Mit der Einführung der digitalen Sensoren konnten die Gehäuse der Kameras nun kleiner werden. Und die Technik wurde und wird immer noch täglich besser. Stand Heute übertrumpfen viele hochwertige kleine Kameras die Qualität der dicken Gehäuse. Aber wie gesagt, nach außen zählt immer noch die Größe. Scheint ja beim Sex nicht anders zu sein. Doch wer weiß, was er tut, kann auch mit kleinen Dingern überraschen :-D

 

So schön unscheinbar

fotograf sony alpha 6000

 

Natürlich hat die kleine Größe auch einen wahnsinnig großen Vorteil. Man macht sich die Unauffälligkeit zu nutze in den Situationen, wann eine Große nicht geduldet wird. Mir ist es oftmals so ergangen, dass bei Shootings irgendwelche Leute auf mich zukamen und gefragt haben, wofür ich diese Fotos denn mache. Denn es war da irgendwas privates drauf wie ein Gelände oder auch ein privater Yachthafen. Auch wenn ich mal auf dem Wochenmarkt war und meine ersten Schritte bezüglich Streetfotografie gewagt habe, wurde ich immer gefragt, wo die Fotos denn erscheinen bzw. wo diese veröffentlicht werden. Ich sah eben "offiziell" aus. Wenn ich mit der Sony Alpha 6000 unterwegs bin, fragt keiner mehr. Denn ich bin ja nur ein kleiner Hobbyfotograf, der geduldet wird.

 

 

Und DAS mag die Sony gar nicht

 

Selbstverständlich nutze ich die Sony auch bei Veranstaltungsfotografie. Veranstaltungsfotografie bedeutet eventuell schlechtes und ständig wechselndes, übles bis gar kein vorhandenes Licht. Und da versagt die Sony leider fast völlig. Der sonst spitzenmässige, raketenschnelle Autofokus mutiert zu einer lahmen Schnecke, der nur trifft, wenn er will. Da lobe ich wieder meine "Fat Mama", die Nikon D750. Zuverlässig und schnell in jeder Situation. Daher würde ich die auch niemals weg geben. Es sei denn, ich hänge die Veranstaltungsfotografie mal an den Nagel.

Ebenso das Gegenlicht der Lichteffekte auf Parties ist nicht so das, was der Sony zusagt. Irgendwie fressen die total aus. Kann das schlecht beschreiben. Bei Gelegenheit poste ich mal Fotos.

 

 

Immer dabei

 

Die Alpha 6000 hat sich für mich genau zu dem entwickelt, wofür sie gedacht war. Als vollwertiger Ersatz zur DSLR. Abgesehen von der Veranstaltungsfotografie. Klein, unauffällig... und das mit einer mordsmässigen Bildqualität.

 

 

Das wünsche ich mir noch

 

Mit der Alpha 6300 hat Sony nach zwei Jahren einen Nachfolger zur 6000er gebracht. Leider hat dieser nicht das an Möglichkeiten oder Techniken, die ich mir gewünscht hätte. Auch der Preis von momentan über 1.200 Euro für den Body (Alpha 6000 ist für unter 500 Euro zu haben) halte ich zu diesem Zeitpunkt noch für übertrieben.

Update: Seit einiger Zeit gibt es nun auch die Alpha 6500 zum Preis von der 6300. Und die 6300 ist da natürlich im Preis gefallen

Meine Wunschliste lautet immer noch:

 

  • Benutzerdefiniertes Menu
  • Größerer Monitor
  • Schnellere Bereitschaft nach dem Einschalten
  • Stabilisator im Gehäuse (hat die Alpha 6500)
  • Besserer AF bei schlechtem Licht

 

Ansonsten habe ich meine zweite Traumkamera gefunden. Neben der Nikon D750.

 

 

 

 

 

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