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Erstes Mal mit der Sony Alpha 6000 und dem Vario-Tessar T* E 4/16-70 ZA

strand_juan_les_pins

Die Sony Alpha 6000 mit dem Vario-Tessar T* E 4/16-70 ZA das erste Mal als einzige Kamera im Ausland dabei zu haben bei einem Model-Shot, das war so eine Grenze, die ich bisher noch nie überschritten hatte. Doch nun war ich mutig und meine Bedenken haben sich in Luft aufgelöst.

Wer von Euch meine Postings bei Facebook bezüglich der Sony Alpha 6000 verfolgt hat, wird sich jetzt bestimmt fragen, was ich denn mit "Bedenken" meine. Bedenken bei der Kleinen? Wo ich doch immer so total begeistert von dem Zaubergerät bin? Ja, eigentlich betrafen diese Bedenken auch nicht die Kamera als solches, sondern den vorhandenen Objektivpark. Denn mir stehen ja bisher nur folgende Objektive für die Sony zur Verfügung:

 

  • mein Immerdrauf Vario-Tessar T* E 4/16-70 ZA
  • das megascharfe Sigma 60mm f/2.8 ART
  • sowie das Sigma 30mm f/2.8 ART

 

Und wer gut aufgepasst hat, der hat auf meinem "Grundlagenkurs der Digitalfotografie" folgendes gelernt:

 

Um den Hintergrund und/oder auch Vordergrund unscharf erscheinen zu lassen, benötige ich bei Portraits eine möglichst große Blende in Kombination mit einer Brennweite ab ca. 50 oder 60 mm. Möchte ich eine geringe Schärfentiefe, davon reden wir hier, sogar auf Ganzkörperfotos anwenden, muss ich weiter weg von der Person. Sonst bekomme ich sie ja nicht drauf. Weiter weg bedeutet aber auch gleichzeitig eine Vergrößerung der Schärfentiefe. Also kontraproduktiv. Um dem entgegen zu wirken, brauche ich ein größeres Zoom. Und genau DA war der Knackpunkt. Habe ich nicht.

 

Oh Mann.... die Zeit des Packens kam näher. Meine Güte, was mache ich nur? Wirklich nur mit der Sony und den oben aufgelisteten Objektiven los oder noch die Nikon D750 mit dem 70-200 f/2.8 einpacken? Aber ich will doch nicht soviel Gewicht!! Hm, erstmal einen Kaffee machen und nachdenken :-) Verdammt. Schon mal das Objektiv in die Body gesteckt und in die Tasche gepackt. Passt ja gut in meinen kleinen Loewe Event Messenger 200.... doch och nööööö, ist mir einfach zu schwer. Aber Moment, da habe ich doch noch einen Adapter, mit dem ich Nikon-Objektive an die Sony montieren kann. Dann zwar ohne AF, also manuell scharf stellen, aber egal. Und schwupp, drin war das Objektiv. Die Nikon D750 blieb hier. Supi, mit bis 200 mm Brennweite und einer Blende von 2.8 sollte ich bezüglich geringe Schärfentiefe keine Probleme haben. Vorweg genommen: Ich hätte mir das Gewicht des Objektivs sparen können. Dazu später. Oder doch jetzt? Na gut. Also wenn ich doch sowieso schon fertige Fotos vor Augen hatte, welch die Umgebung mit einfließen lassen, wozu dann eigentlich dieses Objektiv? Tja, wohl um zu vermeiden, irgendwas zu verpassen. Total doof. Doch ich glaube, diese Panikvorstellungen hat fast jeder Fotograf. Bloß für jede Situation gewappnet zu sein. Hat natürlich auch seine Berechtigung. Besonders wenn ich auf Hochzeiten teilnehme. Doch da? Wo ich keinen festen Auftrag und die Fotos schon vor Augen hatte? Nochmal: Total doof.

 

 

Das Vorhaben 

 

Nun gut, was hatte ich eigentlich vor? Ich bin mit Jolina Marijan an die Côte d´Azur. Und was macht man, wenn man an schöne Orte fährt? Genau, man will im Foto zeigen, wo die Fotos entstanden sind. Die Umgebung soll also mit einbezogen werden. Um diese nun ansprechend zeigen zu können, wäre eine geringe Schärfentiefe eigentlich genau das, was ich nicht brauche. Bisschen ist ok, aber nicht zuviel. Demnach sollte ich mit meinen Objektiven und den damit verbundenen Möglichkeiten klar kommen, oder? 

 

Als Fotos dachte ich mir so lockere Dinge, welche mehr oder weniger zufällig entstehen beim Schlendern durch die Gassen oder gezielt an den Stränden. Letzteres dann mit Shorts oder Binkini-Unterteil in Verbindung mit einem T-Shirt oder ähnliches. Auch Fotos in einem unserer Zimmer sollten gemacht werden. Ebenfalls mit Höschen und Oberteil. Das Ganze dann bisschen im Retro- bzw Vintage-Look. Vielleicht oder doch nicht, mal schauen.

 

 

Die Anreise nach Juan-les-Pins

 

Echt relaxt. Am Düsseldorfer Flughafen einen Park & Fly Service genommen, Auto abgestellt, man wurde hingebracht und musste sich um nix kümmern. Das Web-Checkin von Air Berlin ist auch eine hervorragende Sache. Am PC schon eingecheckt und bereits die Boardkarte in der Hand, eben noch die Koffer zum Baggage drop off gebracht und schon war die Angelegenheit ohne Schlange stehen erledigt. Genauso schnell, wie wir im Flieger saßen, waren wir auch schon wieder draußen am Flughafen von Nizza. Mit dem Zug ging es dann nach Juan-les-Pins, von dort noch ein paar Meter zu Fuß zum Hotel und Schwupp waren wir auf unseren Zimmern. Ohne Rezeption, ohne überhaupt jemanden zu sehen. Mir wurde ein paar Stunden vorab von der Betreiberin der Code für die Eingangstür mitgeteilt und dass unsere Schlüssel an der Rezeption im Umschlag liegen würden. So war es dann auch. Ehrlich gesagt, so eine entspannte Reise hatte ich schon lange nicht mehr. Alles lief wie am Schnürchen ohne nervende Wartezeiten. Echt klasse. Der Zimmercheck bestand auch und somit konnte unser Vorhaben langsam in die Tat umgesetzt werden.

 

 

Der erste Tag - die ersten Fotos 

 

Tja, wenn das Wetter mitgespielt hätte. War doch heftig stürmisch und somit auch bisschen kalt. Leider. Paar Tröpfchen kamen auch von oben. Blöd. Aber das Licht war cool. Also erstmal bisschen Strandfotos gemacht. War ja nicht weit vom Hotel. Nur die Straße entlang.

 

1/400 Sek bei f/4.0, ISO 200, 60 mm

Strand von Juan-les-Pins

 

Auch natürlich so ein Paar mit Jolina. Doch ließ das Wetter eben nicht das zu, was ich an Fotos machen wollte. Egal, man sieht zumindest Wasser und/oder Palmen :-)

 

1/400 Sek bei f/4.0, ISO 200, 60 mm

Jolina Strand

 

1/640 Sek bei f/2.8, ISO 200, 60 mm

Strand von Juan-les-Pins

 

1/640 Sek bei f/2.8, ISO 200, 60 mm

Jolina Juan-les-Pins

 

1/125 Sek bei f/4.0, ISO 400, 70 mm

Jolina Portrait

 

 

Am ersten Tag haben wir nicht viel gemacht. Wollte ich eigentlich sowieso nicht. Was soll ich wieder mit so vielen Fotos? Lieber Wenige und gezielt. Also Kamera weggepackt und den Tag ausklingen lassen. War sowieso schon später Nachmittag

 

 

Der zweite Tag - Antibes 

 

Los ging es nach einem Apfel und Banane UND Kaffee nach Antibes. Wir Mutigen natürlich zu Fuß. Wollten ja was sehen von der Umgebung. Zumal es nicht regnete. Doch immer noch windig und kühl. Gelohnt haben sich die knapp 2 km auf jeden Fall nicht so quer durch die Stadt. Doch wir wussten ja schon, wie gemütlich Antibes ist und daher war alles gut. Dort angekommen folgten die ersten Fotos. Bisschen Jolina, bisschen Antibes.

 

1/30 Sek bei f/4.0, ISO 100, 23 mm

Fenster in Antibes

 

1/1000 Sek bei f/4.0, ISO 100, 36 mm

In Antibes

 

1/1250 Sek bei f/4.0, ISO 100, 33 mm

Fotografin

 

1/100 Sek bei f/11, ISO 200, 56 mm

Details von Antibes

 

1/1250 Sek bei f/4.0, ISO 200, 55 mm

Streetfoto

 

1/200 Sek bei f/4.0, ISO 100, 63 mm

Hand Schmuck und Hose

 

1/200 Sek bei f/4.0, ISO 100, 42 mm

In den Straßen von Antibes

 

1/1600 Sek bei f/4.0, ISO 100, 32 mm

Zeitschrift lesend

 

1/800 Sek bei f/5.0, ISO 100, 28 mm

Am Hafen von Antibes

 

1/800 Sek bei f/5.0, ISO 100, 26 mm

Hafen von Antibes

 

 

Mit dem Zug sind wir dann weiter nach Nizza. Doch die Stadt ist mächtig groß und sehr überfüllt mit Touristen. Nicht so das Wahre. Dazu dann der immer noch heftige Wind auf den großen Plätzen... och nö. Nix Fotos. Eis gegessen, Kaffee getrunken und wieder zurück nach Juan-les-Pins. In diesen 30 Minuten Zugfahrt flaute tatsächlich der Wind ab. Aus den Zug raus, direkt an die Küste und noch ein paar Fotos gemacht. Das diffuse Licht am späten Nachmittag war einfach wieder toll. Das Licht am Meer ist sowieso immer was besonderes.

 

1/160 Sek bei f/5.6, ISO 100, 41 mm

20160405 Jolina_785 Blick aufs Meer

 

1/250 Sek bei f/4.0, ISO 100, 39 mm

20160405 Jolina_817-2

 

1/250 Sek bei f/4.0, ISO 100, 52 mm

20160405 Jolina_882

 

1/250 Sek bei f/4.0, ISO 100, 59 mm

20160405 Jolina_927 Po

 

1/250 Sek bei f/4.0, ISO 100, 63 mm

20160405 Jolina_924

 

1/250 Sek bei f/4.0, ISO 100, 54 mm

20160405 Jolina_908 

 

 

 

Sämtliche Fotos, die ich bisher gezeigt habe, wurden ausschließlich bei Available Light gemacht ohne jegliche Hilfen wie Aufheller ober Blitze.

 

 

Der dritte Tag - Fotos auf dem Zimmer und Abreise

 

Am Abreisetag mussten wir erst um 12 Uhr die Zimmer verlassen. Also genügend Zeit, um auf einem der Zimmer noch ein paar Fotos zu zaubern. Wir brauchten gar nicht überlegen, auf welchem Zimmer wir shooten.... das von Jolina war am Schönsten. Also wurde das nun als Studio benutzt :-) Gedacht war Tageslicht als Hauptlicht. Also ebenfalls wieder Available Light. Doch hatte ja noch den YN-560 III mit dem YN-560 TX mitgenommen sowie ein Lampenstativ mit Blitzneiger. Die Sachen kamen hier nun auch gut zum Einsatz, um den Raum insgesamt mehr aufzuhellen. Natürlich wurde der Blitz nicht direkt auf die Jolina gehauen, sondern an die gegenüberliegende Wand. Und damit das Licht schön harmonisch warm wird, kam noch eine orange Farbfolie vor den Reflektor. Die ganz Location und der Lichtaufbau sieht also so aus:

 

Lichtaufbau und Location

 

Und wie immer ist es keine Pflicht, einen Blitz einzusetzen. Es gibt nur einen völlig anderen Look. Und den möchte ich Euch hier mal an den beiden Fotos zeigen.

Links wurde der Blitz aktiviert, recht nur das Licht vom Fenster. Die Belichtungswerte sind bei beiden Fotos identisch.

 

1/200 Sek bei f/7.1, ISO 400

20160406 mit_und_ohne_blitz_1128

 

Jetzt hätte ich natürlich den Blitz von der Leistung her geringer stellen können. Damit er die Schattenseite nur gering aufhellt. Doch ich fand das Licht so echt schön und daher habe ich es auch gelassen. Nur die Farbgebung habe ich dann mit Lightroom nach meinem momentanen Geschmack noch angepasst.

 

1/125 Sek bei f/9.0, ISO 400, 28 mm

Available Light und Blitz

 

1/60 Sek bei f/6.3, ISO 400, 70 mm

Rückblick

 

1/125 Sek bei f/7.1, ISO 400, 35 mm

Nur Fensterlicht

 

1/60 Sek bei f/6.3, ISO 400, 70 mm

Portrait mit Fensterlicht und Blitz

 

1/60 Sek bei f/6.2, ISO 400, 23 mm

Blitz für den Hintergrund

 

1/60 Sek bei f/6.3, ISO 400, 36 mm

20160406 Jolina_1102

 

Und jetzt komme ich wieder auf die Objektive zurück. Und mein Angstzustand, dass ich zu wenig geringe Schärfentiefe haben würde. Ich habe bei allen Fotos kein einziges Mal das 70 - 200 f/2.8 eingesetzt. Also völlig überflüssiges Gewicht mitgeschleppt. Das gibt mir jetzt selbst zu überlegen. Aber gut, wenn man eben die Umgebung mehr oder weniger mit drauf haben möchte, und man diese auch noch erkennen soll, dann ist eine geringe Schärfentiefe auch kontroproduktiv.

 

 

 

 

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