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Die Blende verstehen

Die Blende verstehen
Die Blende .... ein so wunderbares Mittelchen.  Wenn Du mit der Blende umgehen kannst, dann stehen Dir viele Wege bezüglich der Kreativität offen. Bei richtiger Anwendung wirst Du zum Zauberer und kannst Deinen Fotos eine dritte Dimension hinzufügen. Nämlich die Tiefe.
 

Was ist die Blende?

Ganz einfach: Die Blende ist die Öffnung der Linse, des Objektivs.

Wenn Du den  Auslöser der Kamera bis zum ersten Druckpunkt betätigst, aktivierst Du die Belichtungsmessung und die Blende öffnet sich, damit Licht in die Kamera fließen und diese die Szene anaylsieren kann. Der Wert der Blende wirkt sich auf die Größe der Öffnung aus. Umso größer die Öffnung, desto mehr Licht kommt in die Kamera. Je Kleiner, desto weniger Licht.
 

Blende = f

Du wirst immer wieder mit der Abkürzung f konfrontiert. Genau genommen so: f/(Zahl). In der Realität kann das wie folgt aussehen:
 
f/2.0 f/2.8, f/4.0, f/5.6, f/8.0, f/11.0 f/16, f/22 usw
 
Eine Veränderung der hier aufgeführten Werte auf den nächsten verdoppelt oder halbiert die Größe der Öffnung und natürlich auch die Menge des einfallenden Lichts. Das hat natürlich unmittelbaren Einfluss auf die Verschlusszeit. Vergrösserst Du die Blendenöffnung, verkürzt Du die Verschlusszeit, weil eben mehr Licht einfällt.
 
 

Das hat die Blende mit einer Pizza gemeinsam

Jetzt denkst Du vielleicht, die Öffnung müsste bei f/22 größer sein als bei f/2.0. Doch genau das Gegenteil ist der Fall. Wird Dich erstmal verwirren, aber Du wirst Dich daran gewöhnen..... müssen! Als Eselsbrücke setze anstatt dem f einfach eine 1 davor und macht den Wert zu einer Bruchzahl. Und dann nimmst Du eine Pizza... in Gedanken... und scheidest diese in 22 Teile. Eine andere Pizza schneidest Du in 2 Teile. Welche Teile sind größer? Natürlich von der Pizza, die nur in 2 Teilen geschnitten wurde. Also ist die Blendenöffnung bei f/2.0 größer als bei f/22. 
 
blenden
 
 

Abracadabra - Die Schärfentiefe

Neben der Veränderung der Verschlusszeit hat die Blende noch die magische Eigenschaft, die Schärfentiefe im Bild zu verändern. Und das wird Dir mit ein wenig Übung supertolle Effekte an die Hand geben.
 
Schärfentiefe ist der Bereich im Bild, der in der Tiefe scharf abgebildet wird, also im Fokus liegt. Bei großer Schärfentiefe sind viele Dinge in dem Foto scharf zu sehen. Sowohl der Vordergrund als auch der Hintergrund.

Bei einer kleinen Schärfentiefe sieht man nur einen geringen Bereich scharf abgebildet. Vordergrund und/oder Hintergrund ist unscharf.

 

 

Geringer SchärfentiefebereichBeispiel eines geringen Schärfetiefenbereichs mit f/4
 
Der  Blendenwert hat einen sehr großen Einfluss auf die Schärfentiefe. Eine große Blendenöffnung von zum Beispiel f/2.8 wird den Bereich verringern, während eine kleine Blendenöffenung von f/22 den Bereich vergrößert.
 
Und jetzt, oh siehe da.... kannst Du die Zahlen so benutzen, wie sie auch ihre Bedeutung in Mathe haben:
Eine große f-Zahl wie f/22 gibt einen großen Schärfentiefebereich, eine kleine wie f/2.8 eben auch ein kleinen Schärfentiefenbereich.
 

Optimalerweise gehst Du mit Deiner Kamera einfach mal vor die Tür und machst viele Versuche, wobei Du ständig die Blendenöffnung veränderst. Du wirst sehen, dass Du mit der Zeit viele schöne Effekte erreichen wirst. Besonders, wenn Du einen Vorder- und Hintergrund hast. Da  kann man ein Foto bisschen dreidimensional wirken lassen.

 
 

Kleine Schärfentiefe - große Wirkung

Eine kleine Schärfentiefe peilt man immer an, wenn man den Blick des Betrachters auf ein Objekt lenken und/oder einen störenden Vorder- und/oder Hintergrund ausblenden möchte. Das Auge sucht im Foto immer die Schärfe. Wie die Motte das Licht. Und Du entscheidest, was die Aufmerksamkeit des Betrachters anziehen soll. Das ist echt ne prima Sache.
 
Geringe SchärfentiefeWeiteres Beispiel mit geringer Schärfentiefe aufgrund der Blende f/2.8
 
 

Große Schärfentiefe ist genauso wichtig und schön

Stelle Dir vor, Du machst eine Landschaftsaufnahme und nur die Gräser im Vordergrund sind scharf, der Rest aber nicht... das wäre vielleicht gar nicht gut. In der Regel möchte man besonders in der Landschaftsfotografie von vorne bis zum Horizont alles scharf haben. Und da kommt dann die kleine Blendenöffnung in´s Spiel, also die große Zahl.
 
Große SchärfentiefeGroße Schärfentiefe durch kleine Blende f/16
 
 

Das Video dazu

 
 

Weiteres

Dieser Text gehört zum Thema Belichtung und drei weitere Artikel sind in dem Zusammenhang sehr wichtig:
 
 

Fotoworkshop:

Das Thema ist Inhalt im Fotoworkshop "Grundlagen der Digitalfotografie"
 
 

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