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Das Objektiv - noch wichtiger als die Kamera

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Einsteiger in die Fotografie unterschätzen meist die Wichtigkeit des Objektivs. Dabei ist es für so viele, entscheidende Dinge verantwortlich. Du kennst das, wenn zum Beispiel eine Person scharf abgebildet ist und der Hintergrund unscharf? Wird sehr oft gewünscht und wie man es hinbekommt, ist in meinen Kursen "Grundlagen der Digitalfotografie" einer der meist gestellten Fragen. Diese und noch einige mehr beantworte ich Dir hier.

 

 

Das Objektiv ist das Auge der Kamera.

Und dieses Auge ist entscheidend für folgende Dinge

 

Primär

  • wie viel Licht hinten auf den Sensor fällt (Blende)
  • welchen Ausschnitt Du auf das Bild bekommst (Brennweite)
  • ob der Hintergrund/Vordergrund scharf oder unscharf abgebildet wird (Blende und Brennweite)

 

Sekundär

  • wie Scharf ein Foto wird (Qualität des Glases)
  • ob Farben knackig wiedergegeben werden (Qualität des Glases)

 

 

Kaufentscheidungen

 

Ein Fotograf achtet bei einem Kauf eines Objektivs vorrangig auf zwei Dinge:

 

  • die Millimeter-Angabe bezüglich der Brennweite (z. B. 50 mm, 85 mm, 18 - 270 mm usw.)
  • die Lichtstärke eines Objektives (z. B. 1:1.8, 1:4.0, 1:3.5 - 5.6)

 

Auf der Verpackung wird das dann wie folgt angegeben (Beispiele):

35 mm f/1.8, 50 mm f/1.8 oder 18 - 270 mm f/3.5 - 5.6. Das kann sehr individuell sein, je nach Art des Objektivs.

 

Die Bezeichnungen am Objektiv jedoch heissen dann fast immer (Beispiele):

35 mm 1:1.8, 50 mm 1:1.8 oder 18 - 270 mm 1:3.5 - 5.6 oder oder oder. Das f wird dann durch 1: ersetzt. Die Bezeichung befindet sich entweder oben auf dem Objektiv oder vorne am Rand der Linse.

 

Die erste Zahl gibt also die Brennweite an, die zweite die maximal mögliche Öffnung der Blende. Wenn nur eine Millimeterzahl angegeben ist, handelt es sich um eine sogenannte Festbrennweite. Sind Zahlen von/bis angegeben wie oben 18 - 270 mm, ist es ein Zoom-Objektiv. Du kannst also den Bildausschnitt verändern und das Objekt heran holen (Tele) oder auch weiter weg (Weitwinkel).

 

(Warum die Blende mit F bezeichnet wird? Es kommt auf dem Englischen und seht für F-Stop. Soll aber bitte nicht weiter Thema sein, denn das würde zur Verwirrung führen. Nimm es erstmal bitte so hin und wenn Du es genauer wissen möchtest, was aber nicht ausschlaggebend ist für das Ergebnis Deiner Fotos, google einfach mal.)

 

Als Weitwinkelobjektive gelten zum Beispiel folgende gängige Brennweiten

  • Von 10 mm bis  35 mm

 

Als Normalobjektive

  • 35mm oder 50 mm

 

Als Teleobjektive (man kann was näher ran holen, bekommt daher weniger auf´s Foto)

  • Alles ab 35 mm oder 50 mm aufwärts

 

Das 50 mm Objektiv war immer das, was man so als normalen Blickwinkel identifiziert hat. Also was wir in der Breite und nach oben/unten mit unseren Augen sehen. Ein Standardobjektiv zu Analogzeiten. Mit der Digitalfotografie hat sich aber auch das 35 mm etabliert, was an den kleineren Digitalsensoren der Kameras liegt.

 

Zoomobjektive

Heutzutage werden mit den Digitalkameras meist Zoomobjektive als Kombination angeboten. Diese decken in der Regel den Bereich von 17 - 55 mm ab, manchmal aber auch 18 - 200 mm oder noch ganz andere. Da gibt es viele Möglichkeiten und es ist ja auch wirklich schön, so einen Bereich abdecken zu können. Das "Problem" ist leider, dass diese Zoomobjektive eine variable Blendenöffnung haben, die dann mit 1:3,5 - 5.6 oder ähnlich angegeben ist. Was das für einen Nachteil haben kann, erkläre ich Dir gleich, wenn es um die Lichtstärke und der Schärfentiefe geht.

 

Brennweitensimulator

Damit Du Dir mal einen Eindruck machen kannst, haben manche Objektivhersteller Brennweitensimulator in´s Netz gestellt. Empfehlenswert ist unter Anderem der von Nikon auf der folgenden Seite:

 

http://www.nikon.de/de_DE/product/nikkor-lenses/simulator

brennweitensimulator nikon

 

Einfach links unter dem Bild (natürlich auf der Webseite von Nikon) den Brennweitenregler verschieben und Du kannst sehen,  welchen Ausschnitt Du mit welcher Brennweite auf dem Foto hättest.

 

Die Lichtstärke durch die Blende (f)

 

Die Lichtstärke ist extrem wichtig. Denn sie ist entscheidet zwei wesentliche Faktoren, die auf Deine Kreativität in der Fotografie maximale Auswirkungen haben.

 

  • wie viel maximales Licht durch das Objektiv auf den Sensor der Kamera fallen kann. Und umso mehr Licht ankommt, umso kürzer kann die Verschlusszeit werden. Mit einer kürzeren Verschlusszeit reduziert man zum Beispiel die Verwacklungsgefahr.
  • Umso größer sich die Blende öffnen lässt, umso geringer kann die Schärfentiefe ausfallen

 

Die Blende ist also sowas wie die Jalousie Deines Fensters. Machst Du die Jalousie auf, kommt viel Licht hinein. Machst Du sie weiter zu, eben weniger. Deine Jalousie hat jedoch einen Vorteil: Du kannst sie vollständig öffnen... zu 100%, also 1:1. Und genau das ist mit den Blenden leider nicht möglich. Fällt Dir gerade was auf? 1:1... weiter oben habe ich sowas geschrieben wie 1:1.8 oder 1:3.5 - 5.6. Klingelt es? Genau, daran kannst Du erkennen, wie weit sich Deine Blende öffnen lässt.

 

Anders als die Jalousie lässt sich die Blendenöffnung nicht von oben nach unten schließen, sondern es ist ein Kreis mit einem Loch in der Mitte. Und dieses Loch geht weiter zu oder weiter auf.

 

Ein Arbeitsblatt aus meinem Kurs "Grundlagen der Digitalfotografie" gibt Dir eine kleine Übersicht:

3 -_Blende

 

 

Auf meinen Fotoworkshops ist eine Frage die meist gestellte: "Wie bekomme ich das hin, dass eine Person (oder ein Objekt) scharf und der Hintergrund und/oder Vordergrund so schön unscharf ist?"

 

Schärfentiefe

 

Mit Schärfentiefe ist gemeint, von wo bis wo ein Foto in der Tiefe scharf zeichnet. Man kann bewusst eine geringe Schärfentiefe wählen oder auch eine große. Für Landschaftsfotografie wird oftmals eine große Schärfentiefe bevorzugt, wogegen bei Objekten oder Menschen eine geringe Schärfentiefe gewählt wird. Je nach Anspruch natürlich.

 

Damit Du eine geringe Schärfentiefe mit großer Wirkung erreichen kannst, brauchst Du 2 Dinge:

  • Ein lichtstarkes Objektiv
  • Eine Brennweite ab 50 mm, umso mehr umso besser

 

Denn die Schärfentiefe ist abhängig von der Öffnung der Blende UND Entfernung zum Objekt. Umso näher Du in Verbindung mit einer großen Blendenöffnung am Objekt bist, umso geringer fällt die Schärfentiefe aus.

Die Nähe kann man erreichen, in dem man ein Objektiv ab 50 mm nutzt oder/und Du Deine Füße in Bewegung setzt und so den Abstand verringerst. Letzteres ist natürlich nicht immer möglich. Springe mal zu einem Bären in den Käfig, weil Du ihn portraitieren möchtest. Der wird Dir was anderes erzählen :-D

 

Kommen wir mal in´s Detail wie Du die geringe Schärfentiefe in der Praxis erreichst und wie entscheidend die Blendenöffnung (f) und die Brennweite (mm) dafür ist. Für das Video habe ich den Kamerasimulator auf www.camerasim.com eingesetzt. 

 

 

 

 

 

 

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