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Als Fotograf auf der Suche nach passenden Fotomodellen - oder wie man fast verzweifelt

verzweiflung
Wenn man als Fotograf auf der  Suche nach passenden Fotomodellen ist, kann man schon bisschen verzweifen. Aus aktuellem Anlass und aus einer Laune heraus muss dieser Artikel einfach sein. 
 
Ich betreibe die Fotografie, Personenfotografie. Und ich gebe in diesem Bereich Fotoworkshops. Was braucht man dafür? Klar, Modelle. Je nach Thema des geplanten Fotoworkshops kann es von Portrait bis hin zu Akt gehen. Aktuell beim Verfassen dieses Berichts speziell für Kroatien bis Vollakt. Gut, also mache ich eine Jobausschreibung. Diese Jobausschreibung beinhaltet in der Regel folgende Dinge:
 
Allgemeine Infos wie
  • wer ich bin
  • was ich mache
  • Link zu meinen Portfolios
  • das Thema des Workshops
  • die Uhrzeit mit Datum
  • die Dauer
  • der Ort
 
Dann natürlich das Anforderungsprofil an das Model. Diese sind sehr unterschiedlich. Hier einfach mal eine kleine Auflistung für das Gängigste:
  • Altersbereich
  • Gewünschte Konfektionsgröße
  • Einsatzbereich nach gesetztem Thema
  • Erfahrungslevel 
  • Eventuell eigenes Make-Up
  • Je nach Bedarf auch eigene Outfits
  • Link zum Portfolio wie Instagramm, Model-Kartei oder sonstwo
  • Honorarvorstellung
  • Und auch wie ich gerne die Kontaktaufnahme hätte
 
Hier meine Stellenausschreibung in Wort und Bild für Kroatien:

 

stellenausschreibungIch gehe davon aus, dass mein Anforderungsprofil immer klar und deutlich darlegt, was ich suche und vor Allem BRAUCHE! Nämlich das die Anforderungen, egal wie sie ausfallen, erfüllt werden. Für den Fotoworkshop in Kroatien 2020 habe ich in verschiedenen Gruppen und Portalen eine Jobausschreibung veröffentlicht, welche das erste Interesse wecken soll. Sogar eine eigene Internetseite für die Modelle mit allen möglichen Infos habe ich online gestellt. Diesen Link bekamen die Modelle in einer PN. Die Resonanz war überraschend groß. Ich hatte tatsächlich 46 Kontakte bekommen. Hört sich gut an. Aber damit beginnen auch schon die Problemchen.
 

 

 

Meine Aufgabe: Sortieren

Ok, da sind sie nun, die Kontakte. Also wird sortiert. Was wurde geschrieben? Wie sieht sie aus? Hat sie einen Link zum Portfolio beigefügt? Ja, tatsächlich spielen Fotos des Models eine große Rolle. Komisch oder? Und doch ist das ein Knackpunkt, wo ich schon mal Pickel am Arsch bekomme. Da fügen Manche einfach keinen Link oder Fotos bei. Eine Kontaktaufnahme mit einem Teil des Gesichts als Profilbild mit dem Text: "Habe Interesse an dem Job. Wenn auch Interesse besteht, kann ich gerne Fotos senden." Öhm... Hallo????? Nicht gerafft um was es hier geht?? Komm Mädchen, Du kommst erstmal auf den Stapel "Irgendwann antworten, wenn Zeit und Lust da ist". Hatte ich erst jetzt, echt. Sie hat mich am 09.01. angeschrieben auf diese Art. Auf den Stapel gepackt und am 24.01. zurück geschrieben, dass ich sie leider wegen der nicht vollständigen Kontaktaufnahme nicht berücksichtigen kann. Und was macht sie? Findet es lächerlich. Ich hätte doch schon eher sagen können, dass was fehlt. Nö, dafür gibt es ja die guten Modelle, die wirklich darauf achten, was gewünscht ist. 
 

Mein Wunsch: Die Kontaktaufnahme

In der Ausschreibung hatte ich gebeten, mich über PN zu kontaktieren. Manche kamen dem nach, Andere wieder nicht. Die schrieben unter den Beitrag "Hier" (bitte nicht wörtlich nehmen), also machten unter dem Post auf sich aufmerksam, weitere schrieben über Instagram, wieder weitere über meine private oder auch gewerbliche Facebookseite. Also 4! von nur einer gewünschten Kontaktmöglichkeit. Da kommt man schon mal ins´s Schwitzen, dass alles zu organisieren. Besonders, wenn sich daraus eine Kommunikation entwickelt mit Interesse. Man weiß man bei dem Durcheinander nicht, wo man denn nun mit dem Model geschrieben hat, wenn zwischendurch andere Dinge erledigt werden müssen. Vor Allem das "Hier"-Rufen unter der Ausschreibung. Als Auftraggeber, der ich für den Job nun mal bin, erwarte ich einfach eine den Anforderungen entsprechende Kontaktaufnahme. Es ist ein Wahnsinns Aufwand, die ganzen Kontakte abzuarbeiten. Durchlesen was geschrieben wurde, die Portfolios checken, erste Kontaktaufnahme durch mich... wobei da schon so bisschen die Spürnase ausgefahren wird, ob das von der Wortwahl der Kommunikation passt. 
 

Meine Erwartung: Reaktion auf meine Fragen

Das, was mich am Meisten nervt? Das Model signalisiert Interesse, würde auch wunderbar zum Thema passen, ich freue mich schon voller Hoffnung wie ein Honigkuchenpferd und schreibe nett zurück und dann......... es kommt keine Antwort mehr. 1 Tag vergeht, 2 Tage vergehen... 3, 4, 5........ Unabhängig davon, ob sie meine Nachricht gelesen hat oder nicht.......FUCK! In der Zwischenzeit aber schreibe ich mit anderen Modellen, die in einer angemessenen Zeit antworten und das Model, was mich auch interessiert hätte, aus dem Rennen werfen. Mensch Mädels... es geht hier um Kohle! Um Euer Geld! Also kümmere ich mich doch darum und lasse eine positive Antwort von mir doch nicht mehrere Tage ungelesen im digitalen Universum! Dazu kommt noch, dass ich ja auch planen muss. Und umso eher ich die Modelle fest buche, umso eher kann ich den Workshop ausschreiben und habe Zeit für andere Dinge.
 

Des Models Erwartung: Das Honorar

Da kommt es, das Thema Honorar, das liebe Geld. "Ich habe Interesse. Was gibt es denn an Kohle?" Boah Mädchen, ey.... vergiss es gleich. Sowas kommt bei mir überhaupt nicht gut an. Grundsätzlich: Niemand arbeitet bei mir kostenlos auf einem Fotoworkshop. Das ist doch logisch, dass es Geld dafür gibt. Sich aber sofort für das Honorar zu interessieren ohne meine Jobausschreibung zu beachten und sich erstmal anzubieten, das stößt bei mir immer gaaaaanz bitter auf und die Modelle sind sofort raus aus dem Geschehen. Also ich kann ja nur für mich schreiben, wie ich das sehe. Andere Fotografen sind da vielleicht entspannter, keine Ahnung. Aber die interessieren mich auch nicht. Mein Job mache ich aus Leidenschaft, dass erwarte ich auch von dem Modellen. Und natürlich sollen die Modelle angemessen bezahlt werden. Doch gibt es gerade bei einem mehrtägigen Workshop im Ausland erstmal ganz andere Dinge, die wichtig sind abzuchecken.
 

Beider Erwartung: Die Chemie muss stimmen

Das oder die Modelle und ich schmeißen den Fotoworkshop. Wir treten als Team auf und daher muss es einfach passen. Die Nase, die Strömungen, die Chemie oder was auch immer da eine Rolle spielt. Es MUSS eine Harmonie herrschen. Das Model muss mir vertrauen können, dass der Workshop nach den vereinbarten Absprachen eingehalten wird, stresslos abläuft und das ich auch die Teilnehmer unter Kontrolle habe. Dass zum Beispiel niemand Muschifotos macht, obwohl sie untersagt sind beim ästhetischen Akt. Ich erwarte dagegen vom Model, dass sie sich mit Spaß und Leidenschaft einbringt und der Teilnehmer gute Fotos machen kann. Lockere Stimmung auf allen Seiten und die Fotos prasseln wie von selbst. Das geht aber nur, wenn es zwischen mir und dem Model passt. Und dieser Aufbau des Vertrauens fängt schon bei der ersten Kontaktaufnahme an. "Ich habe Interesse. Was gibt es denn an Kohle?"... ist der größte Blocker, den es für mich gibt. Ich stelle mir da gerade vor, dass das Model lustlos auf einem Stein sitzt und froh ist, wenn die Fotos im Kasten sind. Denn sie saß da ja nur wegen dem Geld. Ne, das geht gar nicht. Ist einfach meine innere Einstellung dazu.
 

Die Teilnehmer und der Workshop

Warum es bei einem Auslandsfotoworkshop einfach ein bisschen schneller gehen muss als bei einem Wochenende? Weil die Teilnehmer dafür extra Urlaub nehmen. Das ist nicht eben mal ein Samstag/Sonntag, wo sie sowieso frei hätten. Sondern da gehen Urlaubstage für drauf. Und die müssen eingereicht werden. Also ist es in jedermanns Interesse, dass der Workshop so bald wie möglich steht. Und der steht erst, wenn die Modelle präsentiert werden können.
 

Und da sind sie, die hellen Sternchen am dunklen Nachthimmel

Ja, es gibt sie. Die tollen, unkomplizierten Modelle. Wo von vornherein alles stimmt. Sie schreiben toll, antworten innerhalb eines Tages oder geben Bescheid, wenn sie mal ein paar Tage nicht erreichbar sind und später antworten, haben Humor beim Schreiben und man fühlt sich wie im 7. Fotografenhimmel. Man hat das Gefühl, mit denen jeden erdenklichen Workshop schmeißen zu können. Ach ist das schön ???? Und gerade jetzt wird mir bewusst, dass man die anderen Kontakte einfach benötigt um zu wissen, wie super es mit den beispielhaft positiven Kontakten sein kann. Danke, dass es Euch gibt, Ihr hellen Sternchen am dunklen Nachthimmel :-)
 
 

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